Chance auf höhere Erträge - Fondspolicen
Von Eike Schulze (es)Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen eröffnen dem Versicherungsnehmer höhere Renditechancen als herkömmliche Policen. Zudem bieten sie steuerliche Vorteile, denn auf die Erträge, die sie erzielen, fällt keine Abgeltungssteuer an. Da sie jedoch mit Risiken einhergehen, sind sie nicht für jeden Anleger geeignet.
Auszahlung hängt von Aktienmärkten ab
Fondspolicen sind eine Kombination aus einem Lebensversicherungsmantel und einem Fondssparplan. Der Sparbeitrag des Versicherten fließt in eine Palette aus Investmentfonds, die der Kunde individuell auswählen kann. Der restliche Beitragsanteil dient zur Deckung der Vertriebs- und Verwaltungskosten des Versicherers und wird als Risikoprämie verwendet. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Wert seiner Fondsanteile ausgezahlt, hat aber – je nach Art des Vertrags – auch die Möglichkeit, eine lebenslange Rente zu wählen.
Eine besondere Form sind Fondspolicen mit Beitragsgarantie – der Versicherer gewährleistet dabei, am Ende der Laufzeit mindestens die eingezahlten Prämien zurückzuzahlen beziehungsweise diese in eine Rente umzuwandeln. Natürlich haben solche Garantieversprechen auch ihren Preis: Je nach Ausstattung und Laufzeit können sie bis zu 1,5 Prozentpunkte der Rendite pro Jahr auffressen. Zudem gelten sie in der Regel nur, wenn der Anleger den Vertrag über die vereinbarte Laufzeit bedient, steigt er vorher aus, erhält er lediglich den bis dahin angesammelten Ertrag – ohne Garantien.
Steuerlich attraktiv
Versicherungsgesellschaften preisen fondsgebundene Lebensversicherungen häufig mit dem Argument der steuerlichen Vorteile an. Ab 2009 werden Gewinne aus Geldanlagen wie Tagesgeldkonten, Aktienfonds, Aktien, Anleihen, Geldmarkt- und Rentenfonds sowie Zertifikaten mit 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Bei Lebensversicherungen, und dies betrifft auch fondsgebundene Verträge, gilt im Grundsatz hingegen die bisherige Regelung weiter. Sie werden nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert, vorausgesetzt die Police hat eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren erreicht und der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet. In der Ansparphase zahlt der Versicherte nichts und kann auch Fonds umschichten, ohne dass dafür die Abgeltungssteuer anfällt. Am Ende der Laufzeit muss er dann 50 Prozent der Erträge – die Differenz von Auszahlungssumme und eingezahlten Beiträgen – mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Damit ist die Steuerlast, selbst beim Spitzensteuersatz von derzeit 45 Prozent, niedriger als wenn auf die Erträge die Abgeltungssteuer anfallen würde. Wählt der Anleger statt der Einmalzahlung eine lebenslange Rente, verringert sich die Steuerlast sogar noch mehr: Je nach Lebensalter bei Rentenbeginn beträgt die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils zwischen 22 Prozent (Regenbeginn mit 60 oder 61 Jahren) und 17 Prozent (Rentenbeginn mit 67 Jahren).
Fazit
Fondspolicen bieten Versicherten die Chance auf höhere Erträge. Doch sind sie, da ihre Wertentwicklung unklar ist, keine sichere Form der Altersvorsorge. Geeignet sind sie deshalb nur für Personen, die über einen guten Verdienst verfügen und deren Grundabsicherung im Alter schon gewährleistet ist. Vor allem aufgrund der steuerlichen Regelungen kann sich für solche Anleger eine Fondspolice tatsächlich lohnen. Doch allein aus steuerlichen Gründen sollte niemand einen Vertrag abschließen, sondern immer auch auf die Qualität der Fonds achten. Zudem können hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten die Steuervorteile auch wieder zunichte machen. Dementsprechend genau müssen Anleger die Angebote unter die Lupe nehmen.
AltersvorsorgeChance auf höhere Erträge - Fondspolicen



