08.10.2009 - Altersvorsorge
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Fürs Alter sparen - Lebenszyklusfonds

Von Eike Schulze (es)

Wer Geld für die Rentenzeit ansammeln möchte, steht zurzeit vor einem Dilemma. Kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen werfen häufig zu wenig ab, und reine Fondsanlagen sind vielen zu unsicher geworden, was vor allem mit den Turbulenzen am Aktienmarkt seit dem Platzen der amerikanische Immobilienblase im Jahr 2007 zusammenhängt. So rückt unter anderem ein Produkt in den Fokus, das eine Alternative darstellen könnte: der Lebenszyklus- oder Zielsparfonds.

Das Prinzip
Lebenszyklusfonds sind meist aufgebaut wie Misch- oder Dachfonds. Einige Anbieter investieren die Anlegergelder sogar auch direkt in solche Fonds. Das Besondere: Bei Lebenszyklusfonds ändert sich im Laufe der Zeit der Anlageschwerpunkt. Fließt das Kapital zunächst vermehrt in Aktien, so wird es zum Laufzeitende zunehmend in Geldmarkt- oder Rentenfonds umgeschichtet. Das Fondsmangement ist also für eine altersgerechte Struktur des Anlageportfolios verantwortlich. Diese Vorgehensweise verschafft dem Sparer eine zusätzliche Sicherheit, da er so die Gefahr umgeht, am Laufzeitende in eine Aktienbaisse zu geraten und entsprechende finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen. Insofern verbindet ein Lebenszyklusfonds die gewinnorientierte Anlage in der frühen Phase mit der sicherheitsorientierten in der Endphase der Geldanlage. Über diesen Weg werden die Wertzuwächse des Fonds gesichert, um eine höchstmögliche Rendite zu erzielen. Außerdem vorteilhaft: Für das Umschichten von Kapital innerhalb solcher Dachfondskonstruktionen fällt keine Abgeltungssteuer an.

In der Regel wird der Zielsparfonds auf Basis monatlicher Sparraten abgeschlossen. Dabei wählt der Sparer, ähnlich wie bei einem Lebensversicherungsvertrag, den Zeitpunkt aus, wann er über das Kapital verfügen möchte. Im Unterschied zu einer Lebensversicherung besteht aber keine Kapitalgarantie. Dafür verfügen die Sparer aber über weitgehende Freiheit beim Anlagebetrag und können sie auch Zahlungspausen, beispielsweise im Falle einer Arbeitslosigkeit oder während einer Elternzeit, einlegen.

Welche Kosten fallen an?
Lebenszyklusfonds haben jedoch ihren Preis. So fallen Ausgabeaufschläge und Managementgebühren an. Der Ausgabeaufschlag beträgt zwischen 3,5 und 5 Prozent des Anlagebetrags, die Gebühren für das Fondsmanagement schlagen mit etwa 1 bis 1,5 Prozent zu Buche. Außerdem können beim Verschieben des Auszahlungszeitpunkts Kosten entstehen sowie auch bei eventuellen Fondswechseln. Damit unterscheiden sich Lebenszyklusfonds bezüglich ihrer Kostenstruktur nicht von herkömmlichen Aktienfonds.

Für wen sind die Fonds geeignet?
Lebenszyklusfonds werden meist nicht so aktiv gemanagt wie Aktienfonds. Das birgt ein gewisses Risiko, dass günstige Zeitpunkte für eine Umschichtung des Vermögens nicht schnell genug wahrgenommen werden. Wer sich hingegen selber ständig auf dem Laufenden hält, kann schneller auf etwaige Änderungen am Kapitalmarkt reagieren. Insofern sind Zielsparfonds etwas für Anleger, die keine Lust oder Zeit haben, sich mit den Finanzmärkten auseinanderzusetzen oder die bereits andere staatlich geförderte Anlageformen wie die Riester-Rente ausgeschöpft haben beziehungsweise dies nicht können. In Konkurrenz stehen die Zielsparfonds zu Garantiefonds, die ein ähnliches Ziel verfolgen. Dabei lohnt sich ein Vergleich mit Fonds, die über eine Höchststandsgarantie verfügen ( der Fondshöchststand gilt dabei als Mindestauszahlungsbetrag)


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