14.10.2009 - Bauen und Wohnen
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Immobilienrente: Das Haus zu Geld machen

Von Eike Schulze (es)

So ist das: Man hat ein Leben lang gearbeitet und in der Rentenzeit doch zu wenig Geld, obwohl man nicht arm ist. Dies betrifft nicht wenige Menschen, die zwar ein Haus oder eine Wohnung ihr eigen nennen, aber deren Rente oder andere Einnahmen aus der Altersversorgung nicht hoch genug sind, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Nun ist guter Rat teuer. Soll man noch länger arbeiten oder die Immobilie verkaufen? Es gibt noch einen weiteren Weg: die Immobilienrente.

Das Prinzip der Immobilienrente
Die Immobilienrente ist eine Möglichkeit, die eigene Immobilie zu versilbern. Ihr Prinzip beruht darauf, das Haus oder die Wohnung auf Zeit- oder Leibrentenbasis an einen neuen Eigentümer zu verkaufen. Ziel dabei ist es, dass der Immobilienbesitzer eine Rente bezieht und weiter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben kann.

Inzwischen bieten auch einige Banken und Versicherer an, auf diese Weise die Rente aufzupolieren. Dafür nimmt der Renteninteressierte eine tilgungsfreie Hypothek auf, die er vom Kreditinstitut in monatlichen Raten ausbezahlt bekommt. Der Name dafür: Umkehrhypothek. Während der Kreditnehmer einer Hypothek regelmäßig Tilgungen leistet, und damit zum Zeitpunkt X über eine schuldenfreie Immobilie verfügt, ist der Verlauf einer Umkehrhypothek genau andersherum. Die Bank zahlt eine Rente aus und erhält zu einem bestimmten Zeitpunkt die Immobilie. Die Laufzeit ist unbegrenzt, und nach der Entnahme der gesamten Summe entscheidet der Kunde, ob er die Darlehensschuld zuzüglich der angefallenen Zinsen tilgt oder das Haus beziehungsweise die Wohnung in das Eigentum der Bank übergeht. Wählt er die zweite Variante, zahlt er nur die Zinsen. Stirbt der Kreditnehmer, ohne vorher seine Rentenhypothek getilgt zu haben, können die Erben den Kredit tilgen, oder die Bank verwertet das Objekt und zahlt den Hinterbliebenen die Differenz zwischen Verkaufserlös und Kreditschuld.

Besonderheiten in Deutschland
Das Modell der Immobilienrente mittels eine Kreditinstitutes stammt aus den USA. Da in den Vereinigten Staaten das Gros der Bevölkerung über Immobilieneigentum verfügt, federt der Staat dort einen Teil des Finanzrisikos ab. Dies ist in Deutschland nicht der Fall. Hiesige Finanzinstitute müssen für etwaige Verluste aufgrund der Langlebigkeit des Rentenbeziehers selbst einstehen. Aufgrund dessen kalkulieren sie vorsichtig, was sich nachteilig auf die Höhe der Rente, die sie bieten können, auswirkt. Entsprechend wenige Anbieter gibt es.

Die Anbieter
Bei der Hannoverschen Leben können Senioren ihr Wohneigentum im Rahmen der "Rentenhypothek" bis zur Hälfte des Verkehrswerts beleihen. Der Versicherer zahlt dem Kreditnehmer sein Darlehen dabei in ein bis fünf Tranchen aus. Zurückzahlen muss der Kreditnehmer zu Lebzeiten nur die Darlehenszinsen, die Zinshöhe entspricht den üblichen Baugeldkonditionen. Jedoch: Je älter der Darlehensnehmer ist, desto niedriger ist der lebenslang garantierte Zinssatz.

Unter dem Namen "Immobilien-Rente" bietet auch die Sparkasse Pforzheim Calw ein ähnliches Produkt. Interessenten können einen Teil des Hauses beleihen und sich ein Darlehen in monatlichen Raten bis zu einer Laufzeit von maximal 15 Jahren auszahlen lassen. Spätestens danach endet das Wohnrecht. Der Kunde kann allerdings das Darlehen vorzeitig beenden und zurückzuzahlen. Tut er dies nicht, steht ihm, da er die Immobilie nur zum Teil beliehen hat, am Ende der Laufzeit noch der Restbetrag aus dem Verkauf des Objekts zu. Nach Beendigung des Vertrages steht auch den Angehörigen oder Erben die Möglichkeit zu, das Darlehen zu tilgen.

Fazit
Die Immobilienrente ist meist nur etwas für Leute, die unbedingt in ihrer Immobilie wohnen bleiben wollen. Doch gerade ältere Menschen sollten sich die Frage stellen: Macht es Sinn zum Zeitpunkt X das eigene Haus eventuell in hohem Alter wieder verlassen zu müssen, falls man die Umkehrhypothek überlebt, oder ist es nicht besser, sich doch früher von der Immobilie zu verkaufen?



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