Auf Indizes setzen - Exchange Traded Funds
Von Eike Schulze (es)Viele Verbraucher sind inzwischen aufgrund des Finanzcrashs verunsichert und empfinden ein Misstrauen gegenüber Finanzmanagern. Daher rücken immer mehr Produkte in den Fokus, die nicht aktiv von Fondsmanagern betreut werden, sondern passiv in die Börsen investieren. Eine solche Anlageklasse sind Exchanged Traded Funds (ETF). Investierten früher überwiegend institutionelle Anleger Geld in diese Fonds, so stehen sie heute auch Privatleuten offen. Einige Hundert ETFs sind Kleinanlegern inzwischen zugänglich.
ETF bilden Indizes ab
Da ETFs passiv gemanagt werden, bilden sie genau den Wert eines Indexes, beispielsweise des Dax, genau ab, in der Fachsprache auch Tracking genannt. Hierbei stehen dem Anleger viele verschiedene Indizes offen - neben den Standardindizes wie DAX oder Euro Stoxx auch die der Nebenwerte oder von Schwellenländern. Seit kurzem sind auch Exchanged Traded Funds für Rohstoffe verfügbar. Wie bei allen Investments an der Börse fällt eine Gebühr an, die am ETF zehrt, deshalb wird der Index nur näherungsweise im Verhältnis 1 : 1 abgebildet. Weil die anfallenden Kosten gering sind, fällt dies jedoch kaum ins Gewicht. So entsprechen die Transaktionskosten denen der Aktien, also maximal bis zu einem Prozent der Anlagesumme. Ein Ausgabeaufschlag beim Erwerb des Papiers entfällt, allerdings ist eine jährliche Managementgebühr fällig, diese liegt zwischen etwa 0,15 - 0,5% des Anlagevolumens. Anleger können in ETFs inzwischen auch mittels Ansparplänen investieren. Der Vorteil: Schon mit relativ kleinen Beträgen ist so der Einstieg möglich. Herausgegeben werden ETFs von Fondsgesellschaften oder Tochtergesellschaften großer Banken. Zwei Varianten von Exchanged Traded Fonds stehen dem Anleger zur Verfügung:
- Kursindex-ETF: Hierbei werden alle Dividenden und Zinsen an den Anteilseigner ausgeschüttet.
- Performanceindex-ETF: Die Dividenden und Zinsen werden thesauriert und reinvestiert. Es fallen keine weiteren Kosten bei der Reinvestierung an.
Im Bezug auf die Abgeltungssteuer weisen viele Performanceindex-ETFs einen Vorteil auf: Da bei dieser Form die Dividenden in Kursgewinne umgewandelt werden, gilt dies als außerordentlicher Ertrag. Daher ist die Abgeltungssteuer erst beim Verkauf des Papiers fällig.
Strategien mit ETF
Das Anlegeziel orientiert sich an den Indizes. ETFs auf Standardindizes wie den Dax oder Euro Stoxx eignen am besten für konservative Investments. Wer mehr auf schwankende Aktienmärkte setzt, für den bieten sich Fonds auf Nebenwert - oder Schwellenländerindizes an. Hierbei ist auch ein Intradayhandel möglich, da die Kostenstruktur günstig ist. Doch auch einen kleinen Nachteil bringen ETFs mit sich: Da es sich um passive Geldanlagen handelt, muss der Anleger sein Investments häufiger überprüfen. Er ist so zusagen sein eigener Finanzmanager. In diesem Punkt sind beispielsweise Indexfondsanleger bessergestellt, da hier das Fondsmanagement aktiv in die Anlageform eingreifen kann.
Fazit
Exchanged Traded Funds sind günstiger als Aktien- oder Indexfonds, da die Gebühren wesentlich niedriger sind. Dies kommt der Geldanlage direkt zu Gute. Deshalb sind ETFs meist besser für ein Basisinvestment in einen Index geeignet. Zwar muss diese Geldanlage vom Anleger überprüft werden, da ein aktives Fondsmanagement fehlt, jedoch muss dies kein Nachteil sein, da sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass die Performance von ETFs kaum von Fondsgesellschaften geschlagen wird. Außerdem gehören ETFs zum Sondervermögen wie auch herkömmliche Fonds, damit besteht eine größere Sicherheit als bei Indexzertifikaten. Darüber hinaus bieten sie einen weiteren Vorteil: Der Anleger bleibt Herr über die Geldanlage und muss nicht Fondsmanagern vertrauen, die die Finanzmärkte durch ihr Handeln verunsichert haben.
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