Billiges Cabrio mit Schattenseite - das Privatleasing
Von Eike Schulze (es)Wer träumt nicht davon ein Cabrio für 99 Euro im Monat zu fahren? Ähnliche Spottpreise gelten auch für den Plasmabildschirm, den Laptop oder die Digitalkamera. Was dahintersteckt ist Leasing. Zwar findet der Großteil des Leasings im Geschäftsbereich statt, doch immer mehr Privatperson entdecken diese Finanzierungsmethode für sich. Fast alle hochwertigen technischen Geräte lassen sich über diesen Weg beschaffen. Die entscheidende Frage: Sind diese Angebote wirklich für Privatpersonen interessant?
Das Prinzip des Leasings
Beim Leasing wird ein bestimmtes Gut einem anderen Menschen gegen Geld zur Nutzung überlassen. Gegenüber der Miete unterscheidet es sich dadurch, dass alle Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten vom Nutzer zu tragen sind. Daher ist es am ehesten mit dem Pachten einer Sache zu vergleichen. Zwar wird hierfür manchmal auch der Begriff Mietkauf verwendet, jedoch ist dieser nicht ganz stimmig, da die Sache nicht automatisch in das Eigentum des Leasingnehmers übergeht, wie dies beim Mietkauf sonst der Fall ist. Leasingverträge werden ähnlich wie Kreditverträge mit einer Laufzeit zwischen 36 und 72 Monaten geschlossen. Ziel des Leasings ist es, dem Leasingnehmer eine größere Liquidität zu verschaffen. Er hat somit Geldmittel für andere Anschaffungen übrig. Leasingraten sind aber häufig nur auf den ersten Blick günstig. Das Angebot sollte daher genau auf versteckte Kosten geprüft und alternative Angebote wie Kredite in die Beurteilung miteinbezogen werden. Gerade das PKW-Leasing lohnt für Privatleute meist nicht. Zwar sind die Leasingraten häufig akzeptabel, allerdings wird immer auch eine Anzahlung erwartet, die sich nach dem Wert des Autos richtet. Weiteres Ungemach droht, wenn der PKW zum Stichtag zurückgegeben wird. Vielfach ist der Restwert relativ niedrig, so dass die Kunden noch draufzahlen müssen. Empfohlen wird daher für Privatleute auch der Vertrag auf Kilometerbasis. Dies schränkt zwar die Nutzung ein, sorgt aber auch dafür, dass die Leasinggesellschaft selber das Risiko der weiteren Verwertung trägt.
Eine Konkurrenz zum Leasing stellt der Bankkredit dar. Nicht selten ist dieser wirtschaftlicher wenn zum Schluss des Leasingvertrages auch die Sache übernommen werden soll. Risikoreich sind Leasingverträge beim PKW. Sollte beispielsweise der Fahrer unter Alkohol einen Unfall verursacht haben, kann es sein, dass der Schaden nicht über die Vollkaskoversicherung gedeckt wird. In diesem Fall bleibt der Leasingnehmer auf dem Schaden sitzen und hat zudem kein Auto mehr. Und: der Schaden für die Leasinggesellschaft muss in diesen Fällen sofort gezahlt werden. Durch den Verkauf des Schrottwagens lassen sich die Kosten meist nicht mehr decken.
Leasing und Steuern
Da das Leasing auf den gewerblichen Kunden ausgerichtet ist, bieten sich hier zahlreiche Vorteile, die Privatpersonen so nicht nutzen können. Da Leasingraten zu den Betriebsausgaben zählen, können die bei Geschäftskunden auch bei der Steuer geltend gemacht werden. Dies entfällt bei Privatkunden.
Fazit
Das Privatleasing lohnt sich in der Regel nicht. Allenfalls wenn keine größeren Anzahlungen geleistet werden müssen und das Gut am Ende der Laufzeit so wieso zurückgegeben werden soll, ist dies im Einzelfall interessant. Auch in einem weiteren Fall kann Leasing sinnvoll sein: wenn über diesen Weg Güter genutzt werden können, die sonst nicht zur Verfügung stehen würden.
Häufig fahren Privatpersonen besser, wenn sie sich einen Bankkredit beschaffen. Gerade bei weniger teueren Leasinggütern wie Fernseher oder Laptop geht ein Leasingvertrag richtig ins Geld. So ist es durchaus möglich, dass man im Endeffekt das Doppelte des eigentlichen Verkaufspreises an den Leasinggeber gezahlt hat.
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