03.11.2009 - Konten und Kredite
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Tricks am Geldautomaten - EC-Karten-Betrug

Von Eike Schulze (es)

Mit EC-Karten können Bankkunden bequem am Automaten Geld abheben oder an der Kasse bargeldlos bezahlen. Zur Legitimation ist dabei die Eingabe einer vierstelligen Geheimnummer (PIN) erforderlich. Die Kunden glauben sich dadurch geschützt, doch seit einigen Jahren nehmen Betrugsfälle zu, bei denen Kriminelle die Kontendaten und die PIN von Karteninhabern ausspionieren, um sich an ihrem Geld zu bereichern.

Tatort Geldautomat
Eine Masche ist das sogenannte Skimming. Dabei manipulieren Betrüger Geldautomaten oder Karten-Türöffner am Eingang der Bank, indem sie auf dem Karteneinzugsschlitz einen Plastikaufsatz mit einem unscheinbaren Lesegerät anbringen. Schiebt der Kunde seine EC-Karte in den Schlitz, liest das Gerät die auf der Karte vorhandenen Daten, welche dann auf einem Kartenrohling gespeichert werden. So gelingt es den Tätern, eine perfekte Kopie der echten Geldkarte anzufertigen. Zusätzlich installieren sie in der Nähe des Automaten eine Minikamera und kundschaften auf diese Weise die PIN des Opfers aus. Die häufigere Methode, um an die Nummer zu kommen, besteht jedoch darin, dass auf die Tastatur eine zweite, täuschend echte Tastatur geschoben wird. Wenn der Kunde seine Pin eingibt, zeichnet diese die Zahlen unbemerkt auf. Die Kriminellen haben damit alles, was sie benötigen, um Geld von dem fremden Konto abzuheben. Meist machen sie dies außerhalb von Deutschland, was es den Ermittlungsbehörden erschwert, ihnen auf die Spur zu kommen.

Experten vermuten, dass es Tätern in manchen Fällen sogar ohne das Ausspionieren der Pin gelingt, am Automaten mit gestohlenen EC-Karten Geld abzuheben – einfach, indem sie bei einem der drei Versuche durch Raten oder Ausprobieren die richtige Nummer eingeben.

Wie kann man sich schützen?
Durch einige Verhaltensregeln können sich Bankkunden vor EC-Karten-Betrug zu schützen:

  • Wenn Sie im Besitz von mehreren EC-Karten sind, sollten Sie für den Türöffner und die Transaktion am Automaten verschiedene Karten benutzen.
  • Fällt Ihnen etwas ungewöhnliches am Automaten auf, beispielsweise ein wackliger Vorbau oder eine merkwürdige Beschriftung an der Tastatur, sollten Sie ihn nicht benutzen. Geben Sie auf keinen Fall am Türöffner Ihre PIN ein, denn keine Bank verlangt diese Eingabe! Informieren Sie in diesen Fällen einen Bankmitarbeiter.
  • Verdecken Sie am Automaten oder an der Kasse bei der Eingabe der PIN die Tastatur mit der freien Hand oder dem Portmonee. Vermeiden Sie, dass die Person hinter Ihnen über Ihre Schulter blicken kann und bitten Sie sie gegebenenfalls, mehr Abstand zu halten.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, um eventuelle widerrechtliche Abbuchungen rechtzeitig reklamieren zu können.

Im Fall des Falles
Bei Diebstahl oder Verlust von Bank-, Kunden- oder Handy sowie Kundenkarten mit Zahlungsfunktion oder Mitarbeiterausweisen, kann der Kunde über den zentralen Notruf der Sperrvermittlung – 116116 – alle Karten mit einem Anruf sperren lassen. Die Nummer ist jeden Tag rund um die Uhr zu erreichen. Dies gilt aber nur für Karten von Unternehmen, die sich dem Sperr-Notruf angeschlossen haben, vorab sollte man sich also informieren, ob der Herausgeber der benutzten Karte dazugehört.

Haben Betrüger anhand ausgespähter Kontodaten Geld vom Konto eines Karteninhabers abgehoben, bekommt dieser normalerweise das Geld von der Bank erstattet. Die Bank erkennt den Tatbestand vor allem dann an, wenn das Abheben im Ausland erfolgt ist oder an einem Automaten mehrere Kunden zu Schaden gekommen sind.

Auch wenn der Geldautomat gar nichts oder zu wenig Geld auszahlt, ist das eventuell eine Folge krimineller Manipulation. Zeigt sich die Bank dann allerdings nicht kulant und kann ein korrektes Auszahlungsprotokoll vorlegen sowie nachweisen, dass der Kassenabschluss am Automaten korrekt war, hat der Geschädigte schlechte Karten, das Geld ersetzt zu bekommen. Besser stehen seine Chancen, wenn auch andere Kunden im gleichen Zeitraum am Gerät ähnliche Probleme hatten.



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