10.11.2009 - Versicherungen
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Checkliste zum Abschluss einer privaten Krankenversicherung

Von Eike Schulze (es)

Um den richtigen Versicherungsschutz im Rahmen einer privaten Krankenversicherung zu finden, sollten sich Interessierte einige Fragen vor dem Abschluss einer Police stellen. Nur so machen sie den optimalen Versicherungsschutz und den geeignetsten Versicherer ausfindig.

  1. Gibt es Erkrankungen, die für den Versicherer einen hohes Kostenrisiko darstellen?
    Die Folge wären entweder Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse. Leistungsausschlüsse sind für die meisten Versicherten in der Regel nicht hinnehmbar.
  2. Wie viele Personen in der Familie sollen privat krankenversichert werden?
    Bei mehreren Personen ist zu bedenken, dass mit erheblich höheren Kosten als in der gesetzlichen Krankenversicherung zu rechnen ist. Ausnahme: Selbstständige
  3. Durch Selbstbeteiligungen, besonders in den Tarifbereichen „Ambulant“ und „Zahn“ lassen sich erhebliche Beiträge sparen, aber im Krankheitsfall steigt das Kostenrisiko. Welche Kostenhöhe als Selbstbeteiligung ist noch tragbar?
  4. Ist zu erwarten, dass der privat Krankenversicherter eine längere Zeit im Ausland arbeitet oder studiert? Ist dies wahrscheinlich, sollte er darauf einen Tarif mit weltweiter Geltung wählen, der auch längere Auslandsaufenthalte zu lässt. Einige Versicherer bieten in diesem Zusammenhang auch Gruppentarife für Unternehmen an, die häufig Mitarbeiter ins Ausland schicken.
  5. Wie wichtig sind einzelne Behandlungsmethoden? Hierzu zählen alternative Heilmethoden, Heilpraktikerverordnungen, aber auch psychische Behandlungen. Einzelne Krankenversicherungen haben sich zum Teil diesen, meist nicht im Standardkatalog beschrieben Methoden verschrieben. Da diese Behandlungsmethoden häufig mehr Geld kosten, sind die Versicherer/Tarife auch etwas teuerer. Wer spezielle Leistungen wünscht, sollte einzelne Versicherer darauf anschreiben. Sie teilen dann mit, ob sie die Leistungen anbieten, und wenn ja zu welchem Preis.
  6. Auch im Tarifbereich „Zahn“ können Versicherungsnehmer verschiedene Selbstbeteiligungen wählen. Jeder Interessierte sollte sich fragen: Wie wichtig ist eine geringe Selbstbeteiligung bei Zahnersatz und Kieferorthopädie?
  7. Im Tarifbereich „stationär“ sollte man sich fragen: Wie wichtig ist mir eine Chefarztbehandlung und eine geringe Bettenzahl im Zimmer? Beides hat maßgeblichen Einfluss auf die Prämie. Hin zukommt der eventuelle Wunsch nach einem Krankenhaustagegeld. Dies ist meist jedoch nur für Menschen mit einem ausgeprägt Sicherheitsdenken wichtig oder für Personen, die auch im Krankenhaus auf nichts verzichten möchten. Ähnliches gilt auch für Kurtagegelder.
  8. Entscheidender als das Krankenhaustagegeld ist das Krankentagegeld. Ab wann soll dies der Versicherer leisten? Für Angestellte dürfte es erst nach Ablauf von sechs Wochen in Frage kommen, bei Freiberuflern und Selbstständigen ohne Lohnfortzahlung vielleicht schon ab dem ersten Tag, je nachdem wie hoch die finanziellen Verpflichtungen sind. Da sich Selbstständige immer auch für schlechte Zeiten ein finanzielles Polster aufbauen sollten, ist in diesen Fällen ein Krankengeld erst ab dem 14. oder 28. Tag sinnvoll.
  9. Eine Versicherung, welche die finanziellen Folgen einer Pflege übernimmt, ist auch bei der privaten Krankenversicherung obligatorisch. Aber wünscht der Interessierte beispielsweise eine Pflegezusatz- oder Pflegetagegeldversicherung ?
  10. Die Auslandsreisekrankenversicherung ist im Versicherungspaket der privaten Krankenversicherung meist enthalten. Jedoch kann es eine Überlegung wert sein, diese separat abzuschließen. Im Leistungsfall kann der Betroffene dann die Auslandsreisekrankenversicherung in Anspruch nehmen und vermeidet so unter Umständen, die Beitragsrückgewähr der Hauptversicherung zu gefährden.


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bmfg
Krankenversicherungspflicht
2009 trat eine allgemeine Krankenversicherungspflicht in Kraft. So gilt für alle Bundesbürger die Pflicht, entweder über eine gesetzliche oder private Krankenversicherung zu verfügen. Zudem müssen die privaten Krankenversicherungsgesellschaft nun jeden Versicherungswilligen aufnehmen und ihm einen Basisschutz gewähren.
 
 
 

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