Private Krankenversicherung - Augen auf beim Abschluss
Von Eike Schulze (es)Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, sollte nicht nur auf den Preis achten. Geiz ist nicht immer geil. Gute Versicherungstarife bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und sind über Jahre hinweg auch preisstabil. Neue Tarife müssen dies erst noch beweisen.
Neue Tarife
Manch eine private Assekuranz legt einen neuen Tarif auf, nicht selten mit besonders niedriger Prämie. Damit lässt sich prima werben, da die meisten Menschen gern ein Schnäppchen machen wollen, bekommt dieser Tarif die gewünschte Aufmerksamkeit. Doch was steckt dahinter? Ziel für eine Versicherung ist es, über neue Tarife neue, sprich jüngere und möglichst gesündere Kunden zu finden. Das ist auch soweit in Ordnung, doch wenn der Tarif mit einer besonders niedrigen Prämien verbunden ist, lohnt ein genauerer Blick. Zunächst befinden sich in so einem Tarif nur relativ wenige Personen, meistens ein jüngeres Klientel. Jung bedeutet für einen Krankenversicherer ein geringeres Kostenrisiko, deshalb können die Tarife auch sehr günstig sein. Dementsprechend ist auch die Werbung genau auf die Zielgruppe ausgerichtet. Doch mit der Zeit „altert“ der Tarif, die Kosten steigen durch mehr Krankheitsfälle für den Versicherer – die Versicherungsprämie auch. Dadurch kommen immer weniger neue Krankenversicherte hinzu. Setzt sich dies über eine Reihe von Jahren weiter fort, so spricht man von Tarifvergreisung. Die Folge davon ist nicht selten, dass die dann noch in dem Tarif gebundenen Versicherten sehr hohe Prämien zahlen müssen. Und manchmal schließt ein Versicherer so einen Krankenversicherungstarif auch einfach, um dann flugs wieder einen neuen aufzulegen.
Neue Gesundheitsreform schafft etwas Abhilfe
Das Problem hat sich seit der zum Jahresanfang 2009 in Kraft getretenen Gesundheitsreform entschärft, da seitdem durch die Übertragung von Altersrückstellungsteilen der Wechsel in eine dann günstigere private Kasse erleichtert ist. Hat sich in der Zwischenzeit jedoch die Gesundheit des Versicherungsnehmers verschlechtert, ist häufig nur noch der Wechsel in einen Basistarif möglich.
Die Wahl des Versicherungstarifs
Eine absolute Sicherheit darauf, dass man nicht doch auf einen Schnäppchentarif mit finanziellem Nachholbedarf hereinfällt, gibt es nicht. Doch besteht die Möglichkeit, sich gut zu wappnen. Wichtig ist zum einen, auf das Alter des Tarifs zu achten. Bei jungen Tarifen ist grundsätzlich Vorsicht geboten, allerdings auch in Abhängigkeit zu der Prämie. Bewegt sich diese in einem „normalen“ Rahmen, so besteht kaum die Gefahr, dass sich dieser später überproportional verteuert. Bei älteren Tarifen sind auch kaum noch große Beitragssprünge zu erwarten. Hat ein Versicherer relativ viele Krankenversicherungstarife, heißt es ebenfalls aufgepasst. Hierbei kann es sich um die besagten Zielgruppentarife handeln, die später unter Kostendruck geraten und dadurch mit Prämiensteigerungen verbunden sind. Ein weiterer Anhaltspunkt kann auch die Art der Gesellschaft sein. Üblicherweise sind Krankenversicherer entweder eine Aktiengesellschaft (AG) oder ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG). Eine VVaG ist in jedem Fall mit dem Vorteil verbunden, dass die Geldmittel nicht an Aktionäre, sondern an die Versicherten ausgeschüttet werden respektive die Krankenversicherungsprämien im Zaum gehalten werden.
VersicherungenPrivate Krankenversicherung - Augen auf beim Abschluss




